Der Fischschuppengarten

Eine aquamarin funkelnde Fischschuppe im Ufergras ließ vor meinen Augen einen buddhistisch inspirierten Trocken­garten mit Millionen Schuppen - als Repositorium der Fische selbst - wie Blüten oder Preziosen oder Flußkiesel entstehen. Er symbolisiert den großen Ozean der Leerheit (無の大海), dessen Wasser als Medium formloser Indifferenz dazu einlädt, auch über die Differenzauflösung der verschiedenen Ausformungen des Seienden und damit ihrer Egalität nach­zudenken. Der Wind trägt die Schuppen nach und nach in das tiefe Blau zurück.
Fischschuppengarten
Fischschuppengarten
Fischschuppengarten
Fischschuppengarten
Um diesen Garten Wirklichkeit werden zu lassen, sammelte ich fünf Jahre aus den Abfällen der Fischfangindustrie die Schuppen, wusch sie, legte sie auf Papierbahnen zum Trock­nen aus und ließ jede einzelne von ihnen, wie ein Gärtner, der mit jeder Pflanze seines Gartens vertraut werden möchte, durch meine Finger rieseln, um ihre Klänge und über die Texturen ihre erlebte Zeit zu erfahren.
Fischschuppengarten
Fischschuppengarten
Fischschuppengarten
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Realisiert wurde der Garten auf einer unbewohnten Insel im norwegischen Meer. Der Regisseur Victor Kossakovsky machte daraus den Film ›Trillion‹.
Fischschuppengarten
Der Fischschuppengarten ist allen Fischwesen und meiner verstorbenen Schwester Lara gewidmet.

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